Ascona – Kunst, Utopie und Spiritualität im Herzen Europas
Eine Reise durch das Tessin und die Avantgarden des 20. Jahrhunderts
Einleitung
Vom legendären Monte Verità bis zum wiederentdeckten Archiv Luigi Pericle – kaum eine Region Europas vereint so viel künstlerische und geistige Energie wie Ascona und das Tessin.
Hier, am Ufer des Lago Maggiore, entstand um 1900 ein einzigartiges Experiment aus Kunst, Philosophie, Lebensreform und Mystik.
Heute bietet diese Kulturlandschaft die Möglichkeit, jederzeit – auch ohne speziellen Anlass oder Festival – eine mehrtägige Reise von fünf Tagen oder länger zu organisieren.
Denn das Tessin ist selbst ein lebendiges Museum: eine Bühne, auf der sich die Geschichte der europäischen Moderne abspielt.
Luigi Pericle – Der Ausgangspunkt einer Wiederentdeckung
Die internationale Wiederentdeckung des Malers, Schriftstellers und Esoterikers Luigi Pericle (1916–2001) hat Ascona erneut ins Licht der Weltöffentlichkeit gerückt.
Seine Werke und Schriften – im Archiv Luigi Pericle im Hotel Ascona aufbewahrt – verbinden die Bildsprache der Avantgarde mit tiefer spiritueller Symbolik.
Das Archiv gilt heute als eine wahre „Zeitkapsel des europäischen Geistes“:
- über 14 000 Originaldokumente, darunter Skizzenbücher, astrologische Karten und philosophische Manuskripte,
- eine Bibliothek mit mehr als 1 500 Bänden zu Theosophie, Buddhismus, Alchemie, Anthroposophie und Kunst,
- Briefe und Aufzeichnungen über Kontakte zu Künstlern, Verlegern und Mystikern der Nachkriegszeit.
Von hier aus beginnt eine Reise zu den Ursprüngen der Moderne – eine Pilgerfahrt zu den Orten, an denen die Kunst und die Seele des 20. Jahrhunderts geboren wurden.
Monte Verità – Die gelebte Utopie
Um 1900 gründeten Ida Hofmann und Henri Oedenkoven mit den Brüdern Karl und Gusto Gräser auf dem Hügel oberhalb von Ascona die Kolonie Monte Verità, die „Berg der Wahrheit“.
Vegetarismus, freier Tanz, Naturheilkunde, Pazifismus, Esoterik – hier entstand das erste Gegenkultur-Experiment Europas.
Zu den Besuchern und Bewohnern zählten Rudolf von Laban, Mary Wigman, Isadora Duncan, Otto Gross, Raphael Friedeberg, Carl Gustav Jung und Hermann Hesse.
1926 übernahm der Mäzen Eduard von der Heydt das Gelände und ließ vom Architekten Emil Fahrenkamp das berühmte Bauhaus-Hotel errichten – ein Symbol für die Verbindung von sozialer Utopie und moderner Architektur.
Heute zu besichtigen:
• Casa Anatta (Museum Monte Verità)
• Bauhaus-Hotel (1927–29)
• Park mit den historischen Künstlerhäusern
• Elisarion-Pavillon (Elisàr von Kupffer)
Das künstlerische Ascona
In den 1920er-Jahren entwickelte sich Ascona zu einem Zentrum der künstlerischen Avantgarde.
Im Museo Comunale d’Arte Moderna fanden Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky, Cuno Amiet, Arthur Segal, Paul Klee, Marcel Janco und später Luigi Pericle eine geistige Heimat.
Ihre Kunst war Ausdruck einer neuen inneren Wahrnehmung – Farbe als Offenbarung, Form als Meditation.
Sehenswürdigkeiten:
• Museo Comunale d’Arte Moderna (Ascona)
• Castello San Materno (zweite Museumssammlung)
• Ghisla Art Collection (Locarno)
• Fondazione Marguerite Arp (Locarno-Solduno)
• Fondazione Remo Rossi (Locarno)
Eranos – Der Geist des Dialogs
1933 gründete Olga Fröbe-Kapteyn in Moscia bei Ascona die legendären Eranos-Tagungen.
Hier trafen sich Denker wie C. G. Jung, Mircea Eliade, Henry Corbin, Gershom Scholem, Herbert Read und Rudolf Otto.
Eranos wurde zum geistigen Labor des 20. Jahrhunderts – ein Ort, an dem Ost und West, Mythos und Wissenschaft, Religion und Psychologie in Dialog traten.
Noch heute kann man das Haus Eranos und seine Bibliothek nach Voranmeldung besuchen.
Der Körper als Tempel – Teatro San Materno
Die Tänzerin Charlotte Bara und der Architekt Carl Weidemeyer errichteten 1927 das Teatro San Materno – ein Raum für heilige Bewegung, Ausdruckstanz und Meditation.
Die Kombination aus gotischen und ägyptischen Elementen macht das Theater zu einem Symbol der Synthese von Kunst und Spiritualität.
Das Tessin als kulturelles Universum
Wer nach Ascona reist, entdeckt weit mehr als einen malerischen Ort am See.
Das ganze Tessin ist eine Bühne der europäischen Kulturgeschichte:
- MASI Lugano – Museum für Kunst der italienischen Schweiz (LAC & Palazzo Reali)
- MUSEC Lugano – Museum der Kulturen (Villa Malpensata)
- Fondazione Braglia und Collezione Olgiati – Moderne und Abstraktion
- Villa dei Cedri Bellinzona – Kunst vom 19. bis 21. Jahrhundert
- Museo Vincenzo Vela (Ligornetto) – Haus des grossen Bildhauers
- m.a.x. Museo Chiasso – Grafik und Design
- Museo Hermann Hesse (Montagnola) – Lebens- und Werkstätte des Dichters von Siddhartha
Diese Dichte an Museen, Archiven und Stiftungen macht das Tessin zu einem der kulturreichsten Gebiete Europas – ideal für Studienreisen, Seminare, Kunstferien oder stille Retreats.
🏛️ Institutional Access – Ascona Time Capsule Fellowship
Ein einzigartiges Netzwerk eröffnet Forschenden, Künstlern und Interessierten Zugang zu den bedeutendsten Institutionen der Region:
- Archiv Luigi Pericle (Hotel Ascona) – Zentrum der Fellowship
- Fondazione Monte Verità – Geschichte der Lebensreform und der Utopien
- Museo Comunale d’Arte Moderna Ascona – Wiege der spirituellen Avantgarde
- Teatro San Materno – Architektur und sakrale Bewegung
- Eranos Foundation – Dialog zwischen Ost und West
- Schweizer Theosophische Gesellschaft – Forschungszentrum (Hotel Ascona)
- Fondazione Marguerite Arp & Remo Rossi – Bildhauerei und Abstraktion
- Museo Hermann Hesse Montagnola – Literarische Mystik
Gemeinsam bilden diese Institutionen eine geistige Konstellation, in der sich Kunst, Philosophie und Spiritualität gegenseitig erhellen.
Eine Einladung
Ascona ist kein Ort, den man nur besucht – es ist ein Zustand des Geistes.
Hier, wo die Sonne über den See steigt und die Berge schweigen, begegnen sich Vergangenheit und Gegenwart der europäischen Seele.
Ob für eine fünftägige Kulturreise, ein Retreat, eine Studienwoche oder einfach als Entdeckungsfahrt ohne Anlass:
Das Tessin bietet das ganze Jahr hindurch eine Fülle an Eindrücken – ein Erlebnis zwischen Kunst, Utopie und innerer Wahrheit.
Kontakt / Information
Hotel Ascona – Sitz des Archiv Luigi Pericle
Via Collina 32, CH-6612 Ascona
📧 info@luigipericle.org
🌐 www.luigipericle.org | www.artascona.org
